MARINA GRZINIC
Dr. Marina Grzinic ist Philosophin, Künstlerin und Theoretikerin.
Sie lebt in Ljubljana, Slowenien, und arbeitet sowohl dort als auch in Wien. Sie unterrichtet an der Akademie der bildenden Künste in Wien, (am Institute of Fine Arts), mit dem Schwerpunkt ‹Postkonzeptionelle künstlerische Praxis›, und forscht außerdem am Institut für Philosophie der ZRC SAZU (wissenschaftliches und Forschungszentrum der Slowenischen Akademie für Wissenschaft und Kunst) in Ljubljana. Außerdem arbeitet sie als freiberufliche Medien- und Kunstkritikerin, und als Kuratorin. Ihr neuestes Buch heißt ‹Re-politicizing Art, Theory, Representation and New Media Technology›, in Zusammenarbeit mit der Akademie der bildenden Künste Wien und Schlebrügge.Editor, Wien, 2008. In Kooperation mit Aina Smid hat sie mehr als 40 Videoprojekte, einen Kurzfilm, mehrere Video- und Medieninstallationen, Websites und eine interaktive
CD-ROM realisiert (ZKM, Karlsruhe, Deutschland).
www.grzinic-smid.si
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Zu slowenischer Fotografie
[...] Ich möchte über Fotografie, Theorie und künstlerische Praktiken nachdenken, die offen sind für kritische Investition, und die, darüber hinaus niemals unschuldige Praktiken sind. Ich möchte eine Verbindung herstellen zwischen der fotografischen Untergrund-Bewegung in Ljubljana, und den eher politischen und konzeptionellen Aspekten, die verbunden sind mit Slowenien, Ex-Jugoslawien, Sozialismus und dem globalen Kapitalismus. Womit wir es hier zu tun haben, ist eine Darstellung der politischen Linien innerhalb eines bestimmten (öffentlichen) Raumes, zusammen mit einer Kodifizierung dieses Raumes und der Benennung seiner politischen Subjekte. Ich muss hier anmerken, dass Ost und West nicht einfach nur geographische Bestimmungen sind, sondern Paradigmen, und vor allem die Auswirkung einer performativen, diskursiven und kapitalistischen Ansammlung, bis hin zum Fall der Berliner Mauer 1989. → [...] Physik und Chemie des fotografischen Prozesses sind fast gleich geblieben, was sich allerdings verändert hat ist der Kontext, der, durch das Herstellen einer Beziehung zwischen fotografischen Medien und der Realität, die Interpretation einer Fotografie konditioniert. Jede Fotografie hat mehrere Geschichten zu erzählen, aber fotografische ‹Erscheinung› ist keine Versicherung mehr für Wahrhaftigkeit.
Rajko Bizjak, Eclipse, ‹Blood is Sweeter than Honey›, 2001