ANDREA DIEFENBACH
Andrea Diefenbach hat 2006 ihr Studium mit der Serie ‹Aids in Odessa› an der Fachhochschule Bielefeld beendet. Die Arbeit wurde bei der Plat(t)form 2007 des Fotomueseums Winterthur ausgewählt und ehrenvoll erwähnt, gewann den Wüstenrot Dokumentar Förder-preis 2007/2008 und wurde 2008 als Buch bei Hatje Cantz ver-öffentlicht. Es folgten Einzel- und Gruppenausstellungen, u.a. in Hamburg, Mannheim und New York. Andrea Diefenbach arbeitet für diverse Magazine, sowie 2009 und 2010 als Artist in Recidence auf Einladung des Goethe Instituts Sarajevo. 2010 wurde sie mit der Serie ‹Land ohne Eltern› für die Ausstellung ‹Moving Walls 18› des Open Society Institute ausgewählt, sowie Finalist beim W. Eugene Smith Award.
www.andreadiefenbach.com
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Abstract
Im Jahr 2006 habe ich meine Diplomarbeit an der Fachhochschule Bielefeld über die Aidsepedimie in der Ukraine in Odessa fotografiert. Zweieinhalb Monate habe ich verschiedene Aidskranke oder HIV-positive Menschen, intensiv begleitet – zum Teil über den Tod hinaus.
Anschließend wurde ich von Magazinen vorwiegend nach Osteuropa gesendet. Noch mehr als schon zuvor begann ich mich für die gesellschaftlichen Umbrüche und Veränderungen dort – auch im Verhältnis zur heutigen Europäischen Union – zu interessieren. Bei einem Auftrag über Frauenhandelsopfer in der Republik Moldau, habe ich erfahren wie viele Kinder dort ohne ihre Eltern aufwachsen, weil mehr als ein Drittel der erwachsenen, arbeitenden Bevölkerung das Land verlassen hat, um im Ausland Geld zu verdienen. 10 Monate später bin ich – unterstützt durch den Wüstenrot Dokumentar-förderpreis – erneut nach Moldau aufgebrochen, um ein Projekt über die Arbeitsmigranten und ihre Familien zu fotografieren.
Andrea Diefenbach, ‹Aids in Odessa›, 2006