BORIS BUDEN
Autor und Publizist. Studierte Philosophie in Zagreb und Kulturwissenschaften an der HU Berlin. In den 1990ern war er Redakteur in der Zeitschrift Arkzin, Zagreb. Seine Essays und Artikel umfassen Themen der Philosophie, Politik, Kultur- und Kunstkritik. Unter seinen Übersetzungen ins Kroatische finden sich zwei Bücher von Sigmund Freud. Buden ist Autor von Barikade, Zagreb 1996/1997, Kaptolski Kolodvor, Belgrad 2001 und Der Schacht von Babel, Berlin 2004 (Vavilonska jama, Belgrad 2007), Zone des Übergangs, Frankfurt/Main, 2009.
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Der Blick, der den Bildern die Ehre raubt
Ganz allgemein werden die Bilder aus dem Osten als Dokumente einer anderen Kultur wahrgenommen. Doch diese kulturelle Differenz ist das Produkt des hegemonialen – westlichen – Blicks selbst, der im postkommunistischen Osten vor allem einen (Zeit)Raum der kulturellen Verspätung sieht und die Bestätigung der eigenen kulturellen Überlegenheit sucht. So erreichen den Status eines authentischen Dokuments nur jene Bilder aus dem Osten, denen es gelingt, die üblichen Stereotype des postkommunistischen Diskurses zu triggern. Der westliche Blick genießt sie nur soweit er sich selbst in ihnen narzistisch genießen kann. Sind die Bilder selbst dieser Gefahr bewusst? Was können sie tun, um der Falle zu entfliehen? Auf welche Strategien können sie sich verlassen, um den Blick zu subvertieren, der droht, sie ihrer dokumentarischen und ästhetischen Ehre zu berauben.